In Zeiten von Pop, Rap, Hip Hop und Co. möchte man annehmen, dass Chöre “uncool” und aus der Mode gekommen sind. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein!

Gab es vor einigen Jahren noch Zuwachsprobleme, so scheint ein neuer Chor-Boom Einzug gehalten zu haben. Von Mangel an Nachwuchssängern und -sängerinnen scheint nicht mehr die Rede zu sein.

Im 19. Jahrhundert waren deutsche Chöre populär. Diese Popularität wandelte sich allerdings im Nationalsozialismus. Immer weniger Menschen waren bereit, im Chor zu singen. Glücklicherweise haben Länder wie die USA, Schweden und England (um nur einige zu nennen), Einfluss auf die Wiederbelebung unserer Chöre genommen, so dass es in Deutschland wieder mehr Chorsänger und -sängerinnen gibt, die mit ihren Tenor-, Alt-, Sopran- und Bass-Stimmlagen wunderschöne Musikstücke zum Besten geben.

Schaut man sich das Chorverzeichnis an, stellt man fest, dass es etliche Chorrichtungen gibt. Nicht nur die Musikrichtungen sind breit gefächert, sondern auch die Chöre an sich. Von den bekannten Kinder-, Kirchen-, Frauen- oder Männerchören abgesehen, gibt es sehr spezifische Chöre wie z. B. Polizei-, Schwulen-, Lesben-, sowie Barbershopchöre oder auch den Berliner Kneipenchor. Ob professionelle Chöre oder Laienchöre: Für jeden Geschmack und jedes Gehör scheint etwas dabei zu sein.

In mittelhessischen Limburg befindet sich übrigens das Deutsche Centrum für Chormusik e.V. Hier werden Noten, Manuskripte und Chorwerke gesammelt und aufbewahrt. Was 1983 mit einem Ordner, in dem sich ein paar Chorwerke befanden, begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem Sammelsurium von sage und schreibe über 300.000 Werken aus sämtlichen Epochen und Ländern der Welt gemausert. Für die ca. 60.000 Chöre und knapp zwei Millionen dazugehörigen Sängern und Sängerinnen dürfte diese Auswahl an Partituren geradezu paradisisch sein.

Dass Singen glücklich macht, ist bekannt. Kein Wunder also, dass Chöre wieder auf dem Vormarsch sind – getreu dem Motto “Wo man singt, da lass’ dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.”